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Social Media

 

Warum auf Social Media teilweise ein falsches Bild von Hundetraining vermittelt wird

Ich werde immer mal wieder gefragt, warum ich auf YouTube, auf meiner Homepage und natürlich auch auf Social Media keine Videos teile, in denen man mich bei der Arbeit am Hund beobachten kann. Vielleicht kennt ihr das von anderen Hundetrainern: Immer mal wieder werden dort Videos gepostet, wie ein Hund ein extrem aggressives Verhalten an der Leine zeigt. Dann gibt es einen Schnitt und nur 2 Minuten später läuft eben dieser Hund absolut anständig neben dem Hundetrainer her.

Hundetraining auf Social Media

Was man bei solchen Videos schnell vergisst: Das sind nur Momentaufnahmen! Wir als Zuschauer können nicht beurteilen, was dahinter steckt und wie viel Arbeit und Training in der Zwischenzeit vielleicht getätigt wurde.

Hundetraining besteht immer aus einem Hund-Mensch-Team: 50% Hund und 50% Mensch. Gehst du nun also mit deinem Hund zu einem Hundetrainer, werden diese 50% Mensch ausgetauscht, denn du gehst in ein neues Territorium. Das dann folgende Verhalten ist vergleichbar mit uns Menschen: 

Lernen wir neue Menschen kennen oder kommen in ein neues Umfeld, sind wir auch nicht sofort und von Anfang an die Menschen, die wir eigentlich sind. Wir sind zunächst einmal zurückhaltend und lassen die Situation auf uns zukommen. Und so ist es auch mit deinem Hund, wenn du zu einem neuen Hundetrainer gehst. 

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Zusammenarbeit mit Hundetrainern

Der Hundetrainer kennt in der Regel die Hundeverhalten und weiß somit genau, wie er in gewissen Situationen reagieren muss. Dein Hund sieht das und erkennt es an. Er wird dann zuerst einmal schauen, was der Hundetrainer noch alles so auf Lager hat, bevor er sein ganzes Repertoire auspackt. 

In solchen Fällen muss man sich immer folgendes vor Augen halten: Du als Besitzer lebst tagtäglich mit deinem Hund zusammen. In diesem Zusammenleben testet dein Hund immer und immer wieder, ob er noch für das Rudel verantwortlich ist. Diese Antestungen werden von uns Menschen aber meistens nicht wahrgenommen oder als solche erkannt. Folglich denkt der Hund, er sei für uns Menschen verantwortlich. 

Gehst du zu einem Hundetrainer, so hat dieser natürlich nicht mehrere Jahre mit deinem Hund zusammengelebt und ihm dadurch bewiesen, dass er die Hundesprache noch nicht kennt. Daher reagiert dein Hund bei dem Hundetrainer automatisch ganz anders als mit dir. 

Vermittlung einer Illusion

Videos, die eben nur solche Momentaufnahmen zeigen, sind gegenüber den Besitzern von nicht-einfachen Hunden nicht fair. Sie erwecken den Anschein, dass Hundetraining einfach ist und man sofort Effekte erwarten kann. Hundebesitzer fragen sich unweigerlich, was sie falsch machen und ob sie vielleicht einfach nicht gut genug für ihren Hund sind. Ihr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl verringert sich. 

Um dies zu vermeiden, werde ich extrem selten solche Videos posten. Ich selbst laufe mit meinen Hunden sowieso nie Fuß oder an der Leine. Meine Hunde respektieren mich und meinen Raum, daher muss ich keine Korrektur oder Ähnliches anwenden. 

Für Hunde bedeutet entspannt an der Leine laufen viel mehr als für uns Menschen. Wir als Menschen wünschen uns einfach nur eine entspannte Gassi-Runde, wohingegen es für den Hund eine Frage des Raumes ist. Wer ist in welchem Raum / welchem Territorium verantwortlich? Ist die Rangordnung innerhalb eures Hund-Mensch-Rudels klar – also hast du deinem Hund bewiesen, dass du die Hundesprache sprichst – so ist dein Hund automatisch dazu bereit, den Raum vor dir DIR in deiner Position als Rudelführer zu überlassen. Ist dies aber nicht der Fall, dann muss dein Hund diesen Raum vor dir in Anspruch nehmen und kann somit gar nicht entspannt an der Leine laufen. 

Möchtest du überprüfen, welcher Hundetyp dein Hund ist und lernen, wie du am besten mit ihm umgehst? Dann schau dir einfach mal meinen Wesenstest an.