Kein Hund macht extra etwas falsch. Aus seiner Sicht ist jedes Verhalten logisch. Es ist die Antwort auf kleine Signale, die wir Menschen oft nicht sehen, nicht verstehen oder nicht ernst nehmen.
Kurz gesagt: Hinter dem Verhalten deines Hundes steckt aus meiner Erfahrung häufig ein Missverständnis in der Kommunikation. Dein Hund zieht vielleicht nicht an der Leine, weil er stur ist, sondern weil er meint, er sei verantwortlich. Und viele sogenannte Problemhunde sind aus meiner Sicht in Wahrheit Leithunde.
„Der hat mich heute wieder ver…“
Vielleicht hast du das auch schon gesagt. Nach einem Spaziergang, an dem gar nichts geklappt hat.
Aber so denken Hunde nicht. Aus ihrer Sicht machen sie immer alles richtig. Jedes Verhalten ist die logische Folge einer Abfolge von Kommunikation. Von kleinen Signalen, die wir oft übersehen.
1. Dein Hund macht genau das, was er für richtig hält
Verhalten ist Kommunikation. Und zwar nicht nur die sichtbare. Dein Hund kommuniziert über Energie, über Blickkontakt und über ganz viel Körpersprache. Vieles davon halten wir für unwichtig.
Aus hündischer Sicht ist seine Kommunikation immer logisch. Für uns oft nicht. Denn wir sind Menschen und interpretieren vieles menschlich. Und damit liegen wir häufig daneben.
Das Problem ist also oft ein Missverständnis. Und ein Missverständnis lässt sich auflösen.

2. Warum dein Hund an der Leine zieht
Dein Hund zieht an der Leine. Nicht unbedingt, weil er stur ist. Oftmals, weil er meint, dass er verantwortlich ist.
Läuft dein Hund schön neben dir, kann das aus meiner Sicht bedeuten, dass er dir den Raum vor dir überlässt. Er gibt dir die Führung, und ihr könnt entspannt nebeneinander laufen.
Läuft er vorneweg, kann er sich dagegen für die Situation verantwortlich fühlen.
Nur weil du ihn an die Leine genommen hast, ist es für ihn nicht automatisch logisch, dass du ihn jetzt führst. Manchmal erlebt er es genau umgekehrt.
Es geht also darum, Orientierung zu geben und Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur über Kommandos, sondern über Verständnis, Kommunikation und Vertrauen.
So kann dein Hund lernen, sich an dir zu orientieren und Verantwortung abzugeben.
Mehr dazu: Hund zieht an der Leine – warum das Problem oft schon zu Hause anfängt.
3. Viele sogenannte Problemhunde sind in Wahrheit Leithunde
Das ist meine Erfahrung, so wie ich es sehe.
Ein Leithund ist für mich nicht einfach der Höchste, der alles aus dem Weg räumt, was ihm nicht passt.
Ein Leithund übernimmt Verantwortung. Er übernimmt den Schutz und die Sicherheit für sein Rudel, seine Gruppe, seine Familie.
Ich sehe diese Eigenschaften als Teil seiner Veranlagung.
In den Tierheimen gibt es aus meiner Sicht viele Hunde mit solchen Eigenschaften, die einfach niemand richtig versteht.
Auch bei mir im Hunde-Lebensparadies werden immer wieder Hunde abgegeben, die ich als Leithunde einschätze.
Und ich denke oft: Hätten ihre Menschen dieses Wissen früher gehabt, hätten sie ihre Hunde vielleicht gar nicht abgeben müssen.
Nach meiner persönlichen Einschätzung sind etwa 20 Prozent der Hunde Leithunde. Die übrigen rund 80 Prozent bezeichne ich als Gefolgshunde. Das ist meine Erfahrungs-Einschätzung, keine wissenschaftlich belegte Verteilung.
Mit Gefolgshunden funktioniert das Zusammenleben häufig irgendwie. Mit den Hunden, die ich als Leithunde beschreibe, befassen sich dagegen viel zu wenige Menschen wirklich intensiv.
Weiterlesen: Problemhunde sind Leithunde – was dahintersteckt.

Ein Leithund möchte das eigentlich gar nicht
Glaub mir: Nach meiner Erfahrung würde ein Leithund die Verantwortung oft viel lieber dir abgeben.
Denn Verantwortung ist anstrengend.
Vor allem in unserer zivilisierten Welt, mit Straßenverkehr, vielen Menschen, anderen Hunden und Straßen bis tief in den Wald hinein.
In der Natur wären viele dieser Situationen gar kein Thema.
Bei uns können sie dagegen Stress und Überforderung bedeuten.
Was das für dich und deinen Hund bedeutet
Wenn dein Hund etwas tut, das du nicht verstehst, frag dich nicht gleich:
„Warum ärgert er mich?“
Frag dich lieber:
„Was möchte mir mein Hund mit seinem Verhalten sagen?“
Dein Hund ist nicht gegen dich.
Er macht das, was er in diesem Moment für richtig hält.
Und sobald du seine Sprache besser verstehst, kannst du ihm mehr Orientierung geben.
Damit euer gemeinsamer Alltag entspannter wird. Für euch beide.

Häufige Fragen zum Hundeverhalten
Macht mein Hund absichtlich etwas falsch?
Hunde handeln nicht mit der Absicht, uns Menschen zu ärgern. Ihr Verhalten hat Ursachen und erfüllt aus ihrer Sicht einen Zweck. Häufig verstehen wir diese Ursachen nicht sofort.
Warum zieht mein Hund an der Leine?
Das kann verschiedene Gründe haben: Aufregung, interessante Gerüche, Unsicherheit oder erlernte Gewohnheiten. Aus meiner Erfahrung kann auch das Gefühl, Verantwortung übernehmen zu müssen, eine Rolle spielen.
Was ist ein Leithund?
Als Leithund bezeichne ich einen Hund, der nach meiner Beobachtung besonders stark dazu neigt, Verantwortung für seine Gruppe zu übernehmen. Diese Einteilung stammt aus meiner persönlichen Arbeit mit Hunden.
Ist mein Hund ein Problemhund oder ein Leithund?
Nicht jedes auffällige Verhalten bedeutet, dass ein Hund ein Leithund ist. Mit meiner kostenlosen Verhaltensanalyse kannst du erste Hinweise darauf bekommen, welche Themen bei deinem Hund eine Rolle spielen könnten.
Wie kann ich meinem Hund mehr Orientierung geben?
Indem du seine Körpersprache verstehen lernst, im Alltag klar kommunizierst und ihm Sicherheit vermittelst. Vertrauen und eine verständliche Kommunikation sind dafür eine wichtige Grundlage.
Finde heraus, was hinter dem Verhalten deines Hundes steckt
Du möchtest endlich verstehen, warum dein Hund in bestimmten Situationen so reagiert?
Warum er an der Leine zieht, andere Hunde anbellt oder manchmal einfach sein eigenes Ding macht?
Dann lade ich dich herzlich zu meiner kostenlosen Verhaltensanalyse ein.
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Alles Liebe
Melanie und die SeelenTiere 🐾❤️



