Die Geschichte eines Strassenhundes

von | Nov. 30, 2020 | Nicht kategorisiert | 0 Kommentare

Versteckte Traumen bei Strassenhunden

Ich möchte eine gerade aktuelle Geschichte mit euch teilen. Seit fast 4 Jahren lebt Numa, eine bulgarische Strassenhündin bei uns im Rudel.

Wir hatten jetzt das 2. Mal einen Rudelwechsel und jedesmal kurz nach dieser Veränderung ging es Numa schlecht.

Beim ersten Mal kam eine neue Hündin ins Rudel und nach ca. 1 Monat hatte Numa einen Schwächenanfall. Wir haben sie dann ins Rudel das im Haus lebt genommen, damit wir sie beobachten konnten. Am nächsten Morgen war sie körperlich so schwach, dass sie am Morgen beim Versäubern nur im Kreis gehen konnte.

Ich dachte sofort an einen Schlaganfall und wir brachten sie direkt in die Klinik. Dort machten sie diverse Abklärungen und hatten sogar das Gefühl, dass sie einen epileptischen Anfall machte. Sie bekam Medikamente und blieb 3 Tage stationär für weitere Abklärungen und zur Beobachtung in der Klinik.

Als wir sie abholen konnten, gaben sie uns Medikamente gegen Epilepsie für 6 Monate mit. Ich spürte von Anfang an eine Abneigung gegen diese Medikamente und entschied mich für den homöopathischen Weg. Tatsächlich erholte sie sich sehr gut und wurde ganz gesund ohne einen Rückfall zu erleiden.

Da ich regelmässig alle unsere Tiere auf emotionale Blockaden teste, durfte ich bei Numa einige Blockaden lösen. Sie erholte sich wirklich super und nahm voll und ganz am Rudelleben teil.

Auch beim 2. Neuzugang im Rudel zeigte sie nach ein paar Wochen erneut ein abnormales Verhalten. Sie wurde körperlich wieder schwächer, zog sich immer mehr zurück und wir mussten schauen, dass sie frisst. Da ihr Zustand noch nicht so schlecht war, wollte ich zuerst einen anderen Weg versuchen.

 

Heilung kommt

Wie das Schicksal so spielt, organisierte das Universum ein Telefonat mit einer lieben Kollegin. Diese Kollegin ist Olivia Haller, sie meldete sich bei mir und sagte, dass sie die letzten Tage öfters an mich gedacht hatte. Mir ging es im Übrigen auch so. Nachdem sie dann an irgendeinem Gartenzaun meinen Namen las wusste sie, dass das ein Zeichen ist. Sie nahm dieses Zeichen ernst und kontaktierte mich sofort.

Warum auch immer, telefonierten wir noch am selben Abend miteinander. Olivia macht Tierkommunikation und im Lauf des Gesprächs bekam ich plötzlich das Bild von Numa. Ich fragte sie, ob sie mal mit Numa sprechen könnte, erzählte ihr aber kaum etwas über Numa und ihren Zustand.

Kurz darauf bekam ich von Olivia die Notizen des Gesprächs mit Numa zugestellt. Wie so oft haben diese Auslandhunde schon sehr viele schlechte Erfahrungen in ihrem Leben gemacht. Und so erging es auch Numa bevor sie in die Schweiz kam. Sie wurde mit ihrem Bruder in einer dunklen kleinen Kammer ohne Licht, Wasser und Futter gehalten. Zum Glück war sie mit ihrem Bruder zusammen mit welchem sie sich super verstand.

Bei den Versuchen aus dieser Kammer auszubrechen, verletzte sie sich ihr hinteres rechtes Bein, eine Art Überbelastung. Später klemmte sie leider genau dieses Bein noch ein. Warum auch immer, verstarb ihr Bruder plötzlich und sie verlor ihren einzigen Vertrauten auf dieser Welt. Numa meinte zu Olivia, dass sie in eine Depression gefallen sei und all das wieder hoch gekommen sei. Und immer wenn sie sich psychisch schwach fühlt, wird auch ihr Körper schwach und dieses Bein beginnt zu schmerzen.

 

Falsch verstandene Rettungsaktionen für Strassenhunde

Als ich diese Geschichte las, musste ich gehört. Diese Strassenhunde werden oft gefangen genommen und bis zu ihrer Vermittlung in elenden Zuständigkeiten gehalten. Beim Einfangen wurde ein Mann von ihrem Rudel war für diese Hunde ein absolutes Schockerlebnis ist .

Dann kommen sie irgendwo in ein „Vermittlungslager“ wo sie von Menschen schlecht behandelt und gerade knapp versorgt werden. Irgendwann findet dann die lange Reise unter schlimmsten Zuständen statt. Völlig verstört kommen sie zu guter Letzt an ihrem neuen Wohnort an. Klar, dort werden sie meistens von ihren neuen Menschen mit offenen Armen und viel Liebe empfangen. In den meisten Fällen sind sie von Anfang an sehr ängstlich und haben kein Vertrauen in den Menschen.

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Umgang mit traumatisierten Strassenhunden

Für die neuen Hundebesitzer ist das meistens eine traurige Angelegenheit, denn sie geben alles für diese Hunde und wollen nur das Beste. Leider denken sie menschlich und hoffen, dass mit viel Liebe alles gut werden wird.

Leider ist das nicht der Fall, denn es braucht viel mehr als einfach nur Liebe. Diese Hunde brauchen Sicherheit die sie vorher in ihrem Rudel hatten. Da das Rudel nicht mehr vorhanden ist, ist es unsere Pflicht, diesen Hunden die Sicherheit bieten zu können die sie brauchen um ein entspanntes Leben führen zu können. Und wie gibt man jemandem Sicherheit?

  1. Indem man dieselbe Sprache spricht, also hündisch.
  2. Indem man ein Umfeld schafft wo sich der Hund wohl und sicher fühlen kann.
  3. Die neuen Hundemenschen müssen ausgeglichene Menschen mit viel Feingefühl und Selbstvertrauen sein, oder sie dürfen es dank solchen Hunden lernen.
  4. Heilarbeit auf emotionaler Ebene.

 

Dankbar

Ich bin dankbar, dass es Numa von Tag zu Tag besser geht und ihr die Heilarbeit so gut hilft. Wir arbeiten weiterhin daran so dass sie ihr Trauma ganz verarbeiten kann. Dankbar bin ich auch, dass dieses Trauma jetzt in die Heilung gehen darf und danach keine so grosse Rolle in ihrem Leben mehr spielen wird. Und ebenfalls dankbar bin ich, dass sie mich dazu gebracht hat mit der Time-Line-Healing Ausbildung zu beginnen, damit ich in Zukunft traumatisierten Hunden noch viel besser helfen kann als bis jetzt.

Es ist mir eine Herzensangelegenheit Strassenhunden ihre Traumen oder Ängste zu heilen und ihren Besitzern dazu zu verhelfen ihrem Hund das Umfeld bieten zu können was solche Hunde brauchen um ein artgerechtes Leben führen zu können. Dies ist nicht in einem Tag erreichbar aber es ist eine Entscheidung und dann arbeiten wir daran. Am Ende ist es eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Lass uns diesen Weg gemeinsam gehen.

 

Hilfe

Wenn du mehr über Strassenhunde und ihr Verhalten, ihre Probleme, Hundesprache, Therapien usw. wissen willst, darfst du dich gerne für ein kostenloses Erstgespräch bei mir melden.

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